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Ad hoc: Die verlorenen Monate für die Energiepolitik


In der Nacht zum heutigen Montag erklärte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner die Sondierungsverhandlungen zur Bildung einer schwarz-gelb-grünen Bundesregierung für gescheitert. In seiner Erklärung machte Lindner den unüberbrückbaren Vertrauensmangel und das Fehlen einer Einigung in wesentlichen Punkten für den Abbruch der Gespräche verantwortlich.
Unterschiede bestanden vor allem auch in der Energie- und Klimapolitik, bei denen die Grünen auf Maximalforderungen des Wahlkampfes bestanden hatten:

Nach ersten Bewegungen in den Fragen abschaltbarer Kraftwerkskapazitäten und eines sukzessiven Kohleausstiegs gab es bei anderen energiepolitischen Fragen wie der Reform des ETS und der Einführung eines CO2-Mindestpreises keinerlei Übereinstimmung der Sondierungsteilnehmer.

Das Ende der Gespräche fällt in eine Phase, in der die Bundesrepublik Deutschland sich aus Sicht der deutschen Industrie energie- und industriepolitisch an einer Wegscheide befindet.

Dr. Reinhard Maaß, Geschäftsführer des SET, kommentiert hierzu: „Die künftige Versorgungssicherheit in Deutschland bleibt damit Spielball der Politik. Weitere wesentliche Fragen zur Energiewende - wie zum Beispiel deren Finanzierung - sind nach wie vor ungelöst. Hohe Energiepreise belasten die deutschen Unternehmen und gefährden ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Zugleich droht die industrielle Basis der deutschen Industrie infolge hoher Belastungen durch einen Mangel an Investitionen langfristig zu erodieren.“
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Dr. Lothar Meier, Mitglied der Geschäftsleitung der Infraserv GmbH & Co. Höchst KG und Vorstandsvorsitzender des WVIS
WVIS in Berlin: Digitalisierung als Motor für Industrie 4.0 läuft nicht ohne Industrieservice

Liebe Leserin,
Lieber Leser,
eine zentrale Aussage des WVIS Wirtschaftsverband für Industrieservice e.V. anlässlich seines Politischen Abends am 07.11.2017 in Berlin lautet: „Das Verständnis des Industrieservice als Sekundärprozess muss bei den Kunden in das Anerkenntnis umgewandelt werden ‚Serviceleistungen sind selbstverständlich Primärprozess.‘"
Nur so kann Industrieservice Innovationen in der Prozessindustrie nachhaltig anstoßen.
Aus unserer Sicht als Dienstleister ist klar: Digitalisierung ist der Motor für Industrie 4.0. Die digitale Zukunft ist für die deutsche Industrie jedoch ohne Industriedienstleister nicht erreichbar.
Gemeinsam mit Thomas Bareiß, MdB und Beauftragter für Energiepolitik der CDU/CSU Bundestagsfraktion, als Schirmherr der Veranstaltung diskutierten über 30 hochrangige Vertreter unserer Branche, wie das Wertschöpfungspotenzial der Dienstleister noch besser für den Technologiestandort Deutschland genutzt werden kann.
Bitte informieren Sie sich hierüber weiter und lassen Sie uns Ihre Ideen und Anmerkungen hierzu wissen.
Ihr Lothar Meier


Dr. Lothar Meier,
Mitglied der Geschäftsleitung der Infraserv GmbH & Co. Höchst KG
und Vorstandsvorsitzender des WVIS
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Technikwissenschaftler: 100 Gigawatt konventioneller Kraftwerksleistung benötigt


Die Wissenschaftsakademien Leopoldina, Acatech und Union haben die Voraussetzungen und Kosten für die angestrebte „Dekarbonisierung“ bis 2050 und ihre Folgen für Deutschland beleuchtet.

Demnach dürfte sich der Stromverbrauch aus regenerativen Quellen bis 2050 verdoppeln. Die Kapazität der Windkraft- und Photovoltaikanlagen müsste sich verfünf- bis versiebenfachen. Die Kosten werden sich auf mindestens 2 Billionen EUR, das heißt jährlich 30 bis 60 Milliarden Euro geschätzt.

Zudem brauche man Reservekapazitäten, um die Versorgung abzusichern. Dafür rechnen die Technikfachleute mit 100 Gigawatt konventioneller Kraftwerksleistung – das sind fast 20 GW mehr, als heute gebraucht werden.
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Studie: 2040 benötigte Backup-Kapazität liegt in Deutschland auf heutigem Niveau


Die im Jahr 2040 in Deutschland als auch in Großbritannien aufgrund des Ausbaus von Erneuerbaren Energien benötigte Backup-Kapazität wird in etwa auf dem heutigen Niveau liegen. Das bedeutet, dass im Jahr 2040 rund 70 GW in Großbritannien und 97 GW in Deutschland an regelbarer Leistung (Kraftwerke, Speicher, flexible Nachfrage) benötigt werden, um die Spitzennachfrage in Zeiten geringer Wind- und Solarenergie zu decken. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die Bloomberg New Energy (BNEF) im Auftrag des Energiemanagement-Spezialisten Eaton in Partnerschaft mit der Renewable Energy Association durchgeführt hat.

Diese Backup-Kapazität werde jedoch immer seltener genutzt. Die durchschnittliche Auslastung der Kraftwerksleistung abzüglich Wind und Photovoltaikanlagen sinke sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland von etwa 50 Prozent im Jahr 2017 auf etwa 30 Prozent im Jahr 2040. Das schadet der Studie zufolge der Wirtschaftlichkeit bestimmter Anlagen, vor allem Gas- und Dampfturbinenkraftwerken aber auch Kohlekraftwerken in Deutschland.
Die Studie stützt sich auf den New Energy Outlook 2017 von BNEF und zeigt anhand von Daten aus diesem Bericht die wirtschaftlichen Wendepunkte auf, die zu einem beschleunigten Einsatz erneuerbarer Energien führen werden – und wie das Stromsystem voraussichtlich in den Jahren 2030 und 2040 aussehen wird.
Bis 2030 muss folglich noch kaum Leistung abgeregelt werden. In Großbritannien seien es weniger als 1% und in Deutschland weniger als 3% der Stromerzeugung. 

Bis 2040 rechnet Bloomberg jedoch mit einem Anstieg auf 3% in Großbritannien und 16% in Deutschland. Allerdings kann der Überschuss durch eine Flexibilisierung der Stromnachfrage oder Stromspeicher kompensiert werden.
Um längerfristige Versorgungslücken zu schließen, sind abrufbare und möglichst flexible Quellen erforderlich. Das ist derzeit nur mit Pumpspeicherkraftwerken, Hochspannungsleitungen zwischen Ländern und Gaskraftwerken wirtschaftlich möglich. Andere Technologien wie die Wasserstoffspeicherung würden der Studie zufolge eine erhebliche Kostenreduktion erfordern, um sie wirtschaftlich einsetzen zu können.

Die Studie „Flexibilitätslücken in zukünftigen Stromsystemen mit hohem Anteil erneuerbarer Energien in Großbritannien, Deutschland und Skandinavien“ kann bei Eaton unter der E-Mail-Adresse veragrishchenko@eaton.com angefordert werden.

 
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Chemie will Abgase aus Stahlwerken für Kunststoffe verwenden


Ein Konsortium von 14 Partnern aus sieben Ländern will jetzt unter Führung von Covestro erforschen, wie Hüttengase aus der Stahlindustrie besonders effizient und nachhaltig zur Produktion von Kunststoffen verwendet werden können. Das Projekt wird von der EU-gefördert.

Covestro produziert bereits seit dem vergangenen Jahr mit Kohlendioxid ein Vorprodukt für weichen Polyurethan-Schaumstoff. Das Konsortium  ist auf dem Weg zu einer entscheidenden Innovation um aus Hüttengasen aus der Stahlindustrie Kohlenstoff für chemische Prozesse zu gewinnen zur Herstellung von Dämmstoffen oder Lacken.
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Die Partner im SET e.V.

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Redaktion: Hendrik Franke
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