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Chemiebranche wächst - politische Risiken bleiben


(06.12.2017) Die Chemiebranche befindet sich nach Aussage des VCI nach drei durchwachsenen Jahren auf Wachstumskurs. Der Verband geht in seiner Jahresbilanz für das Jahr 2017 von einem Jahreswachstum von 2,5% aus. Maßgeblich zu diesem Wachstum hat hierbei besonders die gestiegene Auslandsnachfrage durch die konjunkturelle Belebung auf den Auslandsmärkten beigetragen.

Trotz der guten Wachstumszahlen sieht sich die deutsche Chemie jedoch insbesondere mit den Risiken unsicherer politischer Rahmenbedingungen konfrontiert. Hohe Strompreise, die durch ein Ende der Kohleverstromung weiter steigen könnten, drohen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Chemiebranche massiv zu gefährden. 

Die Gefahr hoher Strompreise für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sieht auch der SET: Erst im November plädierte der SET zusammen mit dem VCI und neun anderen Organisationen für eine Wende in der Finanzierung der Energiewende, um eine soziale und bezahlbare Energieversorgung und damit die Standortsicherheit Deutschlands für die Zukunft zu sichern.
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SPD-Parteitag: Schulz zu Zeitarbeit

 
Auf dem Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) vom 07. bis 09. 12. in Berlin rief der SPD-Parteivorsitzende Martin Schulz in seiner Rede anlässlich seiner Wiederwahl die Delegierten auf, die Zeitarbeit, welche er als "Leiharbeit" bezeichnet, in Deutschland weiter einzuschränken.

Schulz bekräftigte damit die Forderungen seiner Partei, die Arbeitnehmerüberlassung (AÜ) erneut zum Reformprojekt einer Regierung mit SPD-Beteiligung zu machen. Die Partei hatte so in ihrem im Sommer verabschiedeten Regierungsprogramm versprochen, umfassende Änderungen der AÜ wie die Equal-Pay-Regelung vom ersten Tag an und des Werkvertragsrechts anzustrengen.

Die Ankündigung des SPD-Parteivorsitzenden weckt Erinnerungen an die letzte Novelle des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes zum 1. April 2017, durch die die Große Koalition bereits die Höchstdauer auf 18 bzw. 24 Monate begrenzte und den Kraftwerks- und Industrieservice somit empfindlich traf. Forderungen nach einer weiteren Beschneidung der AÜ blenden jedoch die Branchenwirklichkeit des gesamten Kraftwerks- und Industrieservice aus, in der Dienstleistungen nur durch hochqualifizierte und –spezialisierte Arbeitnehmer in Überlassung erbracht werden können.

Weitere Einschränkungen der AÜ drohen daher die Flexibilität der Branche zu gefährden und letztendlich damit Arbeitsplätze aufs Spiel zu setzen.
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Ergebnisse der KWK-Ausschreibung

 
Am 08.12.2017 verkündete die Bundesnetzagentur die Ergebnisse der ersten verpflichtenden Ausschreibung für die Fördersätze von KWK-Anlagen im Leistungsbereich von 1 – 50 MW. Den Zuschlag erhielten von 20 abgegebenen Geboten mit einem Umfang von 225 MW insgesamt 7 Anlagen, wovon die zwei größeren eine Anlagenleistung von etwa 30 MW aufweisen.

Der durchschnittliche Zuschlagswert bewegte sich bei 4,05 €. Das niedrigste Gebot stand bei 3,19 €/kWh. Die Bundesnetzagentur vergab jedoch nur 82 der ursprünglichen 100 MW. Die nicht vergebenen 18 MW werden in die nächste Ausschreibungsrunde zum 1. Juni 2018 zusätzlich neu ausgeschrieben.

Die Ausschreibung war notwendig geworden, nachdem die Bundesregierung im Mai 2017 deren Einführung durch Verordnung für Anlagen, die nach dem 31. Dezember 2016 den Dauerbetrieb aufgenommen oder wieder aufgenommen haben, beschlossen hatte. 

Erfreuliches Ergebnis der Ausschreibung ist, dass es sich bei 3 unter den 5 bezuschlagten Geboten bis 10 MW um modernisierte Anlagen handelt.
Jochen Homann, der Präsident der Bundesnetzagentur, bewertete die Ergebnisse der ersten Ausschreibung als erfolgreich. Die Ausschreibungen unterstützten – so Homann – die Kosteneffizienz der KWW-Anlagen.

Aus Sicht der Branche bleibt jedoch auf  insgesamt zu niedrige, nicht ausgeschöpfte Ausschreibungsvolumen von 100 MW hinzuweisen. Eine der Förderung von KWK auf 150 MW würde erheblich zur Erreichung der selbstgesteckten Klimaschutzielen einer kommenden Bundesregierung beitragen
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RWE erneuert sein Interesse an Übernahmen von Kraftwerken


(Düsseldorf, 11.12.2017) "Die Branche konsolidiert sich, und dabei will RWE als Kostenführer eine aktive Rolle spielen. Wir halten Ausschau nach attraktiven Kraftwerken, die zum Kauf stehen. Wir sehen uns alles an", sagt der Chef der RWE-Kraftwerktstochter, Matthias Hartung, der "Rheinischen Post" (Ausgabe 11.12.2017). In Deutschland sei vor allem der Süden interessant.

Dabei wollte er nicht darauf antworten, ob RWE auch mit dem süddeutschen Versorger EnBW, der aus der Kohle-Stromerzeugung aussteigen will, verhandelt. "Ich werde mich nicht zu einzelnen Kraftwerken äußern. Aber gerade in Süddeutschland sind Kraftwerke interessant, weil dort der Wegfall des Atomstroms besonders spürbar wird. Deshalb planen wir dort eigene Kraftwerksprojekte", sagte Hartung.

Mit den Aussagen zu möglichen Übernahmen bekräftigte Hartung Aussagen des RWE-Vorstandchefs Rolf Martin Schmitz aus dem Sommer. Dieser hatte im Juni der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt, dass RWE für Versorgungssicherheit stehe und das durch die punktuelle weitere Abrundung des Kraftwerkparks untermauern wolle.

Hartung sieht gerade in der Abkehr vieler Betreiber und Länder von der Stromerzeugung über Kohle eine gute Option für RWE: "Genau darin sehen wir für uns eine Chance. Mit erneuerbaren Energien allein gibt es keine sichere Stromversorgung. Die Gesellschaft dürfte daher bereit sein, einen Preis für die Versorgungssicherheit zu zahlen."

RWE wurde zuletzt auch als potenzieller Interessant für die deutschen Kraftwerke des Konkurrenten Uniper ins Spiel gebracht. Dieser steht vor der Übernahme durch den finnischen Konzern Fortum. Sollte Uniper bei einem Kauf durch Fortum zerschlagen werden, könnte RWE das deutsche Kraftwerksgeschäft der Düsseldorfer übernehmen, hieß es in einem Bericht des "Handelsblatt" im Oktober.

Schmitz hatte sich dem Bericht zufolge nicht direkt zu Uniper äußern wollen. Aber auch im Gespräch mit dem Handelsblatt bekräftigte er sein Interesse an Übernahmen von Gas- und Kohlekraftwerken. "Wir haben die Märkte, in denen wir aktiv sind, im Blick - und sind für Zukäufe zum Beispiel von bestehenden Assets offen", sagte er der Zeitung im Oktober. "Wenn sich Gelegenheiten ergeben, werden wir die nutzen."
Ob es allerdings überhaupt zu einer Zerschlagung Unipers kommen wird, ist höchst ungewiss. Fortum weist dies von sich. "Wir sprechen mit niemandem über den Verkauf von Teilen von Uniper", hatte Konzernchef Pekka Lundmark dem "Handelsblatt" im Oktober gesagt und diese Haltung danach mehrfach bekräftigt. Fortum wolle ein "konstruktiver Partner" und "langfristiger Investor" sein. Uniper lehnt eine Übernahme durch die Finnen weiter ab.

Der angekündigte Personalabbau bei RWE verläuft nach den Worten Hartungs planmäßig. "Von den 14 200 Arbeitsplätzen, die wir 2015 hatten, werden wir wie angekündigt rund 2300 Stellen abbauen, davon 2100 in Deutschland", sagte er. "Im vergangenen Jahr waren es schon 600, in diesem Jahr 300. Bis 2020 werden wir damit noch 1400 Stellen streichen. Auch der Abbau dieser Stellen wird sozialverträglich erfolgen."
 
Weitere Jobs könnten aber bedroht sein, wenn die Politik mehr Kraftwerke stilllege. Ob die Stilllegung von weiteren fünf Gigawatt an deutscher Kraftwerkskapazität, die die Jamaika-Verhandler wollten, die Versorgungssicherheit gefährde, sollte die Netzagentur in einer "seriösen Abschätzung" ermitteln. Man wolle ja weder Atomstrom aus Frankreich oder Belgien importieren, noch Blackouts riskieren.
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Kraftwerksliste: 14,3 GW zur endgültigen Stilllegung angezeigt


Bei der Bundesnetzagentur wurden bis zum 1. November dieses Jahres konventionelle Kraftwerkskapazitäten im Umfang von 14.321 Megawatt (MW) zur endgültigen Stilllegung angezeigt. Dies geht aus der aktuellen Kraftwerksliste der Netzagentur hervor. Davon entfallen 6.071 MW auf Anlagen in Süddeutschland. Wie der Regulierer weiter mitteilte, sind bereits 8.654 MW Kraftwerkskapazitäten endgültig stillgelegt.

Weitere Kraftwerksanlagen mit einer Leistung in Höhe von 5.666 MW sind zur endgültigen Stilllegung angezeigt aber noch nicht stillgelegt. Darunter sind systemrelevante Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 3.878,1 MW, die aus Gründen der Versorgungssicherheit derzeit nicht endgültig stillgelegt werden dürfen.
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Glosse: Lasst die Puppen tanzen!


„Das Kraftwerk Mitte ist die ideale Wirkungsstätte für eine neue Art von Museumserlebnis mit allen Sinnen…“, begrüßt die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Frau Prof. Dr. Marion Ackermann die künftige Unterbringung der Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Kraftwerk Mitte bei der Vertragsunterzeichnung am 06. Dezember.

„Für die Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden konnten [wir] damit auch einen Beitrag zur Entwicklung des Standortes Kraftwerk Mitte ... leisten“, ergänzt Oliver Gaber, Kaufmännischer Geschäftsführer des Sächsisches Bau- und Immobilienmanagement.

Nun ja, die Stilllegung des  Dresdner Kraftwerksstandortes liegt bereits mehr als 20 Jahre zurück, und kulturelle Hotspots anstelle von Industriebrachen sind stets zu begrüßen!

Gerade deshalb und angesichts aktueller Standortschließungen in der Kraftwerksbranche in Dresdens Nachbarschaft bricht sich der Optimismus für die Zukunft unseres Industriestandortes ungebremst seine Bahn!

Da grenzt es wahrlich an provinzielle Kulturfeindlichkeit, wenn die Gewerkschafter von Bergbau, Chemie, Energie in der derzeit geringfügig verlängerten „politischen Weihnachtspause“ für "mehr ökonomische Vernunft und soziale Gerechtigkeit in der Energie- und Industriepolitik" eintreten!
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